SZ 23.9.2003
Aktueller Bericht (SR3)
SZ 19.9.2003
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Saarbrücker Zeitung
(German only)
This text was published September 23rd, 2003 in the Saarbrücker Zeitung.
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| Die schöne Römerin
So könnte sie ausgesehen haben, das antike Mädchen, das dem Künstler vor 2000 Jahren Modell stand. Besonders schick: die gerade klassische Nase. Informatiker bildeten diese Gesichtszüge verblüffend echt nach. |
Minerva aus Metall
Die echte Figur aus der Antike steht im Museum in Florenz. Am Max-Planck-Institut auf dem Saarbrücker Uni-Campus begrüsst eine täuschend ähnliche dreidimensionale Computer-Nachbildung die Gäste. |
So schön, so echt, so nah - und doch so künstlich
Am Max-Planck-Institut auf dem Uni-Campus kann man täuschend echte dreidimensionale Skulpturen bewundern
Saarbrücken (maa). Sie ist schön, schlank, antik, kurzum: eine Idealgestalt. Winckelmann, Goethe und Hölderlin hätten sich überschlagen beim Anblick ihrer klassischen Nase. Und sie grüßt auch noch, wenn man die Ausstellung besucht. Was für eine Schau! Leider ist alles nur virtuell, die Dame schon lange, lange tot - und ihr greifbares Abbild, eine bröckelige Kupferstatue, die im Museum von Florenz steht, wird derzeit restauriert. Aber für ihre Auferstehung hat man ja die Top-Computergrafiker am Saarbrücker Max-Planck-Institut, die mit ihrer hervorragenden Digitalisierungstechnik schon vielfach internationale Preise gewonnen haben. In ihrem virtuellen Museum zeigen die Saarbrücker Expertenneben antiken Statuen auch eine reale Keramiksammlung mit Funden aus der Saarregion aus keltischer und römischer Zeit.
Damit sich die Bevölkerung ein Bild davon machen kann, was Computergrafik leistet, gibt es am 30. September zwischen 14 und 18 Uhr Vorträge und Präsentationen für alle Interessenten. Zuvor sind aber die Kinder an der Reihe: Die sind schon übermorgen, am 25. September, eingeladen, sich die Antike in dreidimensionaler Form anzusehen.
Dies alles gehört übrigens zu dem unaussprechlichen Projekt ViHAP3D (Virtual Heritage: High-Quality 3D Aquisition and Presentation) des MPI in der Arbeitsgruppe von Professor Hans-Peter Seidel. ViHAP3D wird von der EU gefördert und hat zum Ziel, Verfahren in der Computergrafik zu entwickeln, um kulturell wertvolle Gegenstände und Skulpturen zu digitalisieren. Ein virtueller Gegenstand kann, dank hochmoderner Scanner-Technik, große Genauigkeit und einen extrem hohen Detailgrad besitzen.
Die Bilder können im Rechner bearbeitet, vergrößert und aus beliebigen Winkeln betrachtet werden, ohne die Gefahr der Beschädigung, selbst dann, wenn das Original zerstört oder verloren ist.
Aktueller Bericht
(German only)
The movie below shows "der Aktuelle Bericht" from September 19th, 2003 on the Saarländische Rundfunk (SR).
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Saarbrücker Zeitung
(German only)
This text was published September 19th, 2003 in the Saarbrücker Zeitung.
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Virtuelle Schnabeltassen
2000 Jahre Keramik an der Saar
Saarbrücken. ViHAP3D: Damit kann der Laie erstmal nichts anfangen, aber diese hoch entwickelte Digitalisierungstechnik ist Dreh- und Angelpunkt einer gerade eröffneten Ausstellung im Saarbrücker Max-Planck-Institut für Informatik.
Damit man in dem mit High-Tech-Geräten ausgestatteten Gebäude nicht gleich wieder die Flucht ergreift, stehen überall verstreut poppig eingepackte Sessel, Zeitungsständer und Blumenvasen bereit - kleine Flecken heimeliger Vertrautheit.
Etliche Interessierte füllen schon mal das Foyer, auch Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes, und Umweltminister Stefan Mörsdorf sind da gewesen.
"Reale und virtuelle Welt im Dialog. 2000 Jahre Keramik an der Saar" ist das Thema, die Ausstellung ein Experiment mit dem man Brücken schlagen will zwischen Kulturwissenschaft und Informatik. Dass die Öffentlichkeit mit der Wissenschaft in einen Dialog tritt und Einblick in das von der EU geförderte Projekt erhält, ist gewünscht, erklärt Professor Hans-Peter Seidel vom Institut. Ziel sei es, Kulturgüter zu digitalisieren, und neue Möglichkeiten für Restaurierung und Erhaltung zu entwickeln.
Die virtuelle Methode ist eine Ergänzung und Weiterentwicklung zu der traditionellen musealen Form der Bewahrung von Kulturobjekten. Vor allem bei gefährdeten Objekten könne es sinnvoll sein, so Seidel, künftig nur noch ihre Kopien einzusetzen.
In einem Vorführraum wird man - ausgestattet mit 3D-Brille - in die Technik des 3D-Scanners eingeführt, der anhand exakter Daten identische Abbildungen von Objekten schafft. Auch draussen im Foyer werden detailliert Einscan-Vorgänge erklärt. Die Besucher dürfen ran an die PCs und sich mit den virtuellen Objekten, mit Farbschattierungen und Lichtreflexen vertraut machen.
Andere PCs zeigen 3D-Aufnahmen ganzer Arbeitsvorgänge, zum Beispiel vom Kupferstecher Wilhelm Augustin, der 30 Jahre für Villeroy & Boch in Mettlach gearbeitet hat und jetzt mit seinen Arbeitsgeräten auch real vor den PCs sitzt und die Methoden des Kupferstechens erklärt.
In der zweiten Etage des Instituts findet man in Vitrinen die realen Keramiken, Leihgaben aus Saargemünder Manufakturen und vom Keramikmuseum Villeroy & Boch - Schnabeltassen, Waschschüsseln, Lampen, Geschirr aus verschiedenen Jahrhunderten. Ihre virtuellen Brüder und Schwestern können Besucher an einem PC ertasten. RUTH ROUSSELANGE
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